
Den richtigen Schläger für einen engen Abschlag wählen
Ein enger Abschlag verändert die Art und Weise, wie Sie den ersten Schlag eines Lochs planen.
Índice
Das Fairway kann vom Abschlag aus besonders schmal wirken, wenn Bäume, Bunker, Wasser oder Ausgrenzen die mögliche Flugbahn einschränken. In dieser Situation geht es bei der Wahl des richtigen Schlägers um mehr als die einfache Frage, ob der Driver zum Einsatz kommt oder in der Tasche bleibt.
Die benötigte Distanz, die übliche Streuung und die Hindernisse des Lochs helfen dabei, die passende Option zu bestimmen. In manchen Fällen ist der Driver die richtige Wahl. In anderen kann ein Fairwayholz, Hybrid oder Eisen besser zur Spielstrategie des Lochs passen.
Was macht einen Abschlag wirklich eng?
Die Breite des Fairways ist nur ein Teil der Situation. Ebenso wichtig ist, wo die Hindernisse beginnen und wie weit die einzelnen Schläger den Ball befördern.
Ein Bunker in einer bestimmten Entfernung kann mit einem Eisen außerhalb des Risikobereichs liegen, mit einem Fairwayholz aber ins Spiel kommen. Dasselbe gilt für Wasser oder eine Ausgrenze. Vor der Wahl des Schlägers lohnt es sich deshalb, das Loch vom Abschlag aus genau zu betrachten und den Bereich zu bestimmen, in dem der Ball idealerweise zum Liegen kommen soll.
Auch die Seite mit dem größeren Spielraum sollte berücksichtigt werden. Wenn ein Fehlschlag nach rechts im Wasser endet, während ein vergleichbarer Fehler nach links den Ball im Spiel hält, sollte dieser Unterschied in die Entscheidung einfließen. Die Schlägerwahl sollte sowohl zur tatsächlichen Gestaltung des Lochs als auch zum eigenen Spiel passen.
Wann ist der Driver die richtige Wahl?
Ein enger Abschlag bedeutet nicht automatisch, dass ein kürzerer Schläger gewählt werden sollte. Für viele Golfer kann der Driver weiterhin die beste Option sein, wenn ihre Streuung es erlaubt, den Ball im Spiel zu halten.
Von Golf Digest ausgewertete Daten von Shot Scope zeigen, dass der Unterschied zwischen Driver und 3er-Holz beim Treffen des Fairways gering sein kann. Bei Spielern mit mittlerem Handicap lag der Anteil getroffener Fairways bei 46 % mit dem Driver und bei 48 % mit dem 3er-Holz. Gleichzeitig betrug der durchschnittliche Distanzunterschied 19 Yards zugunsten des Drivers.
Das verändert die Betrachtung des Abschlags. Ein 3er-Holz garantiert nicht automatisch eine deutlich höhere Präzision, während der kürzere Schlag durchaus erheblich Distanz kosten kann und damit den zweiten Schlag verlängert.
Der Driver verfügt zudem über einen größeren Schlägerkopf und ist darauf ausgelegt, bei nicht mittig getroffenen Bällen eine gewisse Fehlertoleranz zu bieten. Seine tatsächliche Leistung hängt allerdings vom Modell, der Anpassung und den individuellen Eigenschaften des Spielers ab. Ein gut gefitteter Driver kann deshalb für bestimmte Golfer eine sehr präzise Option sein.
Entscheidend ist, wie sich die einzelnen Schläger im eigenen Spiel verhalten. Bleibt der Ball mit dem Driver auch bei normalen Fehlschlägen in einem spielbaren Bereich, kann die zusätzliche Distanz einen großen Vorteil bieten. Kommt dagegen ein Hindernis mit dem Driver eindeutig ins Spiel, gibt es einen konkreten Grund, eine andere Option zu wählen.
Ist ein 3er-Holz die sicherere Wahl?
Ein 3er-Holz kann sinnvoll sein, wenn es hilft, ein Hindernis zu vermeiden, die Position des Abschlags besser zu kontrollieren oder die Form des Lochs zu berücksichtigen. Bei einem Dogleg kann beispielsweise ein kürzerer Abschlag die bessere Ausgangslage schaffen. Gleiches gilt, wenn das größte Risiko am Ende der üblichen Driver-Distanz liegt.
Allerdings sollte man nicht automatisch davon ausgehen, dass weniger Distanz auch mehr Präzision bedeutet. Die Shot-Scope-Daten zeigen, dass der Unterschied beim Treffen des Fairways zwischen Driver und 3er-Holz gering sein kann, während der Distanzverlust deutlich ausfällt.
Das 3er-Holz sollte deshalb einen konkreten Vorteil bieten. Verändert es das Risiko des Schlags kaum, kann die geringere Distanz lediglich zu einem längeren zweiten Schlag führen. Hilft es dagegen dabei, einen problematischen Bereich zu vermeiden oder eine günstigere Position auf dem Fairway zu erreichen, spricht mehr für diese Wahl.
Wann sollte man ein Hybrid oder Eisen wählen?
Es gibt Abschläge, bei denen es sinnvoll ist, bewusst unterhalb der Reichweite eines Fairwayholzes zu bleiben. Das kann der Fall sein, wenn ein Hindernis dazu zwingt, den Ball vor einem bestimmten Bereich zu platzieren, oder wenn die Position für den nächsten Schlag wichtiger ist als zusätzliche Meter.
In solchen Situationen können ein Hybrid oder ein Eisen geeignete Alternativen sein. Welche Variante sinnvoll ist, hängt von den eigenen Distanzen und von den Anforderungen des jeweiligen Lochs ab.
Wer seine tatsächlichen Schlagweiten kennt, kann diese Entscheidung leichter treffen. Wenn bekannt ist, wie weit das eigene lange Eisen, Hybrid und Fairwayholz carryt, lassen sich diese Distanzen direkt mit den Hindernissen und Landebereichen des Lochs vergleichen.
Eine allgemeingültige Distanz, ab der ein Hybrid oder Eisen vom Tee verwendet werden sollte, gibt es nicht. Maßgeblich sind das eigene Spiel und die Anforderungen des Abschlags.
Welche Hindernisse sollten Sie vor der Wahl berücksichtigen?
Wer nur auf die maximale Schlagweite schaut, kann eine ungünstige Entscheidung treffen.
Stellen Sie sich ein Par 4 mit Wasser auf der rechten Seite und einem offenen Bereich links vor. Wenn der Driver bei einem seitlichen Fehler das Wasser erreichen kann, während ein 3er-Holz davor bleibt, kann es sinnvoll sein, auf etwas Distanz zu verzichten.
Es kann aber auch vorkommen, dass das Hindernis mit beiden Schlägern erreichbar ist. Dann verändert der Wechsel vom Driver zum 3er-Holz das Risiko kaum. Andere Faktoren werden wichtiger, etwa die übliche Streuung, die verbleibende Distanz zur Fahne und die Position, von der aus der zweite Schlag gespielt wird.
Eine praktische Möglichkeit, den Abschlag zu beurteilen, besteht darin, sich vorzustellen, wo der Ball beim normalen Schlag landen würde und was bei dem häufigsten eigenen Fehlschlag passiert. Dadurch lässt sich das Risiko des Lochs realistischer einschätzen als allein anhand der maximalen Schlagweite eines Schlägers.
Wie beeinflusst die Streuung die Schlägerwahl?
Die Distanz eines Schlägers erzählt nur einen Teil der Geschichte. Bei einem engen Abschlag ist ebenso wichtig, wie weit der Ball normalerweise vom Ziel abweicht.
Ein Spieler kann mit dem Driver eine hohe Distanz erreichen und gleichzeitig eine seitliche Streuung haben, durch die bestimmte Hindernisse ins Spiel kommen. Ein anderer Spieler kann ein engeres Streuungsmuster haben und die zusätzliche Distanz des Drivers nutzen, ohne dass sich das Risiko im gleichen Maß erhöht.
Deshalb sollte die Wahl des Schlägers auf dem tatsächlichen Schlagbild des Spielers beruhen. Wer über Daten eines Launch Monitors verfügt, kann insbesondere die seitliche Streuung und die Carry-Distanz der einzelnen Schläger betrachten. So lässt sich besser beurteilen, mit welchem Schläger der Ball am häufigsten in einem spielbaren Bereich bleibt.
Auch das Vertrauen in den jeweiligen Schläger spielt eine Rolle. Ein Schläger, mit dem ein natürlicher und wiederholbarer Schwung möglich ist, kann die bessere Wahl sein als ein Schläger, der auf dem Papier besser zur Situation passt, beim Spieler aber Zweifel auslöst.

Wohin sollten Sie bei einem engen Fairway zielen?
Ein enges Fairway bedeutet nicht automatisch, dass auf die Mitte gezielt werden sollte. Wenn die häufigsten Fehlschläge auf einer bestimmten Seite landen und auf der anderen Seite mehr Platz vorhanden ist, kann das Ziel entsprechend angepasst werden.
Dabei lohnt es sich, zwischen einem einzelnen Zielpunkt und einem größeren Zielbereich zu unterscheiden. Eine von GOLF Magazine mit 32 Spielern durchgeführte Untersuchung verglich beide Ansätze beim Abschlag. Die Spieler trafen das Fairway in 60 % der Versuche, wenn sie einen größeren Zielbereich verwendeten, gegenüber 50 %, wenn sie sich auf einen präzisen Punkt in der Mitte konzentrierten. Die Untersuchung umfasste Schläge mit Driver und 3er-Holz.
Die Ergebnisse sind eine interessante Orientierung für die Vorbereitung des Abschlags, bedeuten aber nicht, dass jeder Golfer grundsätzlich auf einen größeren Bereich zielen sollte. Bei einem engen Fairway kann es sinnvoller sein, den verfügbaren Landebereich zu visualisieren, als einen einzigen exakten Punkt treffen zu wollen.
Wie sollte die Höhe des Tees an den Schläger angepasst werden?
Auch die Höhe des Tees sollte zum gewählten Schläger passen.
Beim Driver gilt als gängige Orientierung, den Ball so aufzuteen, dass ungefähr die Hälfte des Balls über der Krone des Schlägers liegt, wenn der Driver hinter dem Ball aufgesetzt wird. Die passende Höhe hängt allerdings auch vom Eintreffwinkel und von der gewünschten Schlagart ab.
Bei einem Fairwayholz oder Hybrid sollte der Ball deutlich niedriger aufgeteet werden. Als praktische Orientierung kann dienen, dass die Unterseite des Balls etwas über der Oberkante der Schlagfläche liegt, wenn der Schläger auf dem Boden aufgesetzt wird.
Bei einem Eisen sollte der Tee nahezu auf Höhe des Rasens stehen. Dadurch entstehen Bedingungen beim Treffmoment, die einem Schlag vom Fairway ähneln.
Diese Anpassungen sind einfach umzusetzen. Wichtig ist vor allem, sie möglichst konstant zu halten, damit bei einem ohnehin anspruchsvollen Abschlag keine unnötigen zusätzlichen Variablen entstehen.
Welchen Schläger sollten Sie je nach Loch wählen?
Ist das Fairway eng, liegen die Hindernisse aber außerhalb der Reichweite des Drivers, kann es sinnvoll sein, dessen zusätzliche Distanz zu nutzen. Kommt ein Hindernis mit dem Driver eindeutig ins Spiel und lässt sich mit einem kürzeren Schläger davor bleiben, kann ein Wechsel sinnvoll sein.
Verändert ein 3er-Holz das Risiko im Vergleich zum Driver kaum, sollte der damit verbundene Distanzverlust in die Entscheidung einfließen. Wenn das Holz dagegen hilft, einen problematischen Bereich zu vermeiden oder die Form des Lochs besser auszuspielen, kann es die passendere Alternative sein.
Ein Hybrid oder Eisen kann infrage kommen, wenn der Ball vor einem Hindernis liegen bleiben oder eine bestimmte Distanz für den zweiten Schlag erreicht werden soll. In jedem Fall hängt die Entscheidung von den tatsächlichen Distanzen des Spielers und von der Gestaltung des Abschlags ab.
Eine einfache Entscheidung vor dem Schlag
Bevor Sie sich an den Ball stellen, sollten Sie kurz den Landebereich betrachten, die Hindernisse einschätzen und überlegen, wo Ihr häufigster Fehlschlag mit dem gewählten Schläger endet. Die gewünschte Distanz für den zweiten Schlag kann anschließend bei der Entscheidung helfen.
Der beste Schläger für einen engen Abschlag muss weder der kürzeste noch derjenige mit der größten Reichweite sein. Entscheidend ist die richtige Kombination aus Distanz, Streuung und Risiko für genau diesen Abschlag.
Bei Golf Alcanada gehört die Strategie zum Spielerlebnis. Der Platz bietet Situationen, in denen die Beurteilung des Landebereichs, die Einschätzung der Risiken und die Wahl des richtigen Schlägers den Verlauf eines Lochs beeinflussen können. Um solche Entscheidungen bereits vor der Runde zu trainieren, können Sie auf der Driving Range mit Toptracer-Technologie Schlagweiten und Flugbahnen analysieren. Die Golfakademie von Golf Alcanada bietet zudem professionelle Unterstützung, um verschiedene Bereiche des eigenen Spiels gezielt zu verbessern. So lässt sich das Training nutzen, um besser vorbereitet an den nächsten Abschlag zu gehen.
Eine Golfrunde kann erfahrene Spieler, regelmäßige Golfer und Menschen zusammenbringen, die den Sport noch lernen.
Bunker mit starkem Gefälle erfordern mehr als eine gute Bunkertechnik.
Ruhe gehört zum Golferlebnis.
