Den richtigen Abschlag entsprechend deinem Handicap wählen

Das Handicap bietet einen ersten Anhaltspunkt dafür, von welchem Abschlag du spielen kannst, bestimmt aber allein noch nicht, welche Wahl am besten zu deinem Spiel passt.

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Índice

Zwei Spieler mit demselben Handicap Index können sehr unterschiedliche Schlagweiten vom Tee erzielen und sich ebenso deutlich darin unterscheiden, wie sicher sie Greens angreifen können.

Deshalb ist es sinnvoll, bei der Wahl des Abschlags das eigene Spielniveau, die übliche Schlagweite und die Eigenschaften des Platzes gemeinsam zu betrachten. Entscheidend ist eine Platzlänge, die die Herausforderung des Platzes erhält, ohne zu viele Löcher in eine Abfolge von übermäßig langen Annäherungsschlägen zu verwandeln.

Das Handicap ist eine Orientierung, aber keine feste Vorgabe

Eine feste Zuordnung zwischen Handicap und Abschlag kann als grobe Orientierung dienen, ist für einen erfahrenen Golfer aber zu einfach.

Ein niedriges Handicap bedeutet nicht automatisch große Schlagweiten. Ein Spieler kann einen niedrigen Handicap Index durch Präzision, ein starkes kurzes Spiel und die Fähigkeit erreichen, Fehler zu vermeiden, während ein Spieler mit ähnlichem Niveau deutlich mehr Länge vom Tee entwickelt. Umgekehrt kann ein Spieler mit höherem Handicap und viel Länge einen Abschlag, der nach einer allgemeinen Einteilung passend erscheint, als zu kurz empfinden.

Das Handicap gibt Aufschluss über das Spielniveau. Die tatsächliche Schlagweite und die Schläge, die du während einer Runde regelmäßig ausführen kannst, ermöglichen eine wesentlich genauere Wahl des Abschlags.

Die 7-Eisen-Distanz bietet einen guten Anhaltspunkt

Die Schlagweite mit dem 7er-Eisen kann bei der Bestimmung einer passenden Platzlänge aussagekräftiger sein als das Handicap allein. Die USGA hat diesen Wert auch für ihre Empfehlungen zur Abschlagswahl herangezogen und dabei die Eigenschaften des jeweiligen Platzes berücksichtigt.

Der Grund liegt auf der Hand: Der Driver zeigt zwar das mögliche Distanzpotenzial eines Spielers, die 7-Eisen-Distanz vermittelt jedoch ein konstanteres Bild davon, wie die Annäherungsschläge aussehen werden. Von diesem Ausgangspunkt lässt sich besser beurteilen, welche Platzlänge eine sinnvolle Auswahl an Schlägern ermöglicht.

Wenn du auf einem Platz regelmäßig Hybrids, Fairwayhölzer oder lange Eisen benötigst, um Greens in Regulation zu erreichen, kann der Platz für dein Spiel schlicht zu lang sein. Maßgeblich sollte dabei nicht die maximale Weite eines perfekten Schlags sein, sondern die Distanz, die du regelmäßig und mit ausreichender Kontrolle erzielst.

Die Par-4-Löcher zeigen schnell, ob der Abschlag passt

Die zweiten Schläge auf Par 4 sind eine der besten Möglichkeiten, um zu überprüfen, ob der gewählte Abschlag zu deinem Spiel passt. Ein gut konzipierter Platz darf anspruchsvolle Annäherungen verlangen und auf einzelnen Löchern auch lange Eisen erfordern. Wenn dies jedoch einen großen Teil der Runde betrifft, kann die Gesamtlänge zu hoch sein.

Ein weiter vorne liegender Abschlag kann die Strategie eines Lochs deutlich verändern. Aus einem zweiten Schlag mit einem Fairwayholz kann beispielsweise eine Annäherung mit einem 6er- oder 7er-Eisen werden. Die Herausforderung bleibt bestehen, während mehr Elemente deines Spiels zum Einsatz kommen.

Die USGA empfiehlt, eine Platzlänge zu wählen, die es ermöglicht, einen angemessenen Anteil der Greens mit Eisen zu erreichen, anstatt ständig auf längere Schläger angewiesen zu sein.

Auch die Par-5-Löcher helfen bei der Wahl

Par 5 bieten eine weitere Möglichkeit, die passende Distanz zu beurteilen, da sie mehr Raum für unterschiedliche Strategien lassen. Von einem zu weit hinten gelegenen Abschlag kann ein Spieler gezwungen sein, drei lange Schläge bis zum Green zu spielen. Von einem zu weit vorne liegenden Abschlag kann dagegen ein Teil der strategischen Herausforderung verschwinden, die für Spieler mit größerer Schlagweite vorgesehen ist.

Die richtige Platzlänge sollte unterschiedliche Optionen zulassen. Ein Spieler mit ausreichend Länge kann versuchen, das Green mit zwei Schlägen zu erreichen, während ein anderer den Ball zunächst in eine günstige Position legt und einen kontrollierten dritten Schlag spielt. Beide Strategien funktionieren, wenn die Länge des Lochs Entscheidungen auf Grundlage der eigenen Fähigkeiten zulässt.

Deshalb sollte die Wahl des Abschlags immer den gesamten Platz berücksichtigen und nicht nur die Gesamtlänge auf der Scorekarte.

Ein niedriges Handicap bedeutet nicht automatisch Abschlag von ganz hinten

Für viele Golfer sind die hinteren Abschläge fast zu einem Maßstab für das Spielniveau geworden: Je niedriger das Handicap, desto weiter hinten wird gespielt. In der Praxis ist dieser Zusammenhang nicht so eindeutig.

Ein Spieler mit Handicap 5 und moderater Länge vom Tee kann den Platz von einem mittleren Abschlag besser genießen und spielen als von den hintersten Marken. Eine größere Platzlänge stellt nicht automatisch eine bessere Herausforderung dar, wenn dadurch ein zu großer Anteil der Schläge außerhalb des üblichen Spiels liegt.

Auch die USGA schreibt kein bestimmtes Handicap einem bestimmten Abschlag zu. Beim Freizeitgolf können Spieler die Abschläge wählen, die am besten zu ihrem Spiel passen.

Dasselbe gilt für einen Spieler mit höherem Handicap, der viel Länge entwickelt und von einem Abschlag, der normalerweise mit Spielern mit niedrigerem Handicap verbunden wird, eine passende Herausforderung finden kann.

handicap golf alcanadaMit künstlicher Intelligenz erstelltes Bild

Die Platzlänge erzählt nicht die ganze Geschichte

Zwei Plätze mit ähnlicher Gesamtlänge können völlig unterschiedliche Herausforderungen bieten. Topografie, Fairwaybreite, Hindernisse, Position der Abschläge, Annäherungswinkel und die Gestaltung der Greens beeinflussen die tatsächliche Schwierigkeit eines Platzes. Die USGA berücksichtigt diese Faktoren bei der Beurteilung, welcher Abschlag für einen Golfer geeignet sein kann.

Auch die Strategie, die durch das Design entsteht, spielt eine Rolle. Ein Abschlag kann die Gesamtdistanz um einige Meter reduzieren und gleichzeitig den Winkel zum Green verändern oder die Position eines Hindernisses relativ zur Landezone beeinflussen.

Auf dem von Robert Trent Jones Jr. entworfenen Golf Alcanada mit einer Gesamtlänge von 6.559 Metern ist die Wahl des Abschlags Teil der Spielstrategie. Der Platz ist in die Landschaft der Bucht von Alcúdia integriert, wobei die natürlichen Gegebenheiten des Geländes die Gestaltung und das Spiel der einzelnen Löcher prägen.

Eine Proberunde kann die Entscheidung erleichtern

Nach neun oder 18 Löchern von einem bestimmten Abschlag lassen sich einige Fragen stellen, die eine recht genaue Einschätzung ermöglichen: Wie viele Par 4 boten einen vernünftigen zweiten Schlag? Wie oft waren Schläger erforderlich, die du normalerweise kaum für Annäherungen verwendest? Haben die Par 5 unterschiedliche strategische Möglichkeiten geboten? Konntest du die gesamte Bandbreite deines Spiels einsetzen?

Diese Antworten sind häufig aussagekräftiger als eine allgemeine Tabelle, die ausschließlich auf dem Handicap basiert. Interessant kann auch ein Vergleich zweier aufeinanderfolgender Abschläge sein. Wenn du von einem weiter vorne liegenden Abschlag mehrere Par 4 mit mittleren Eisen spielen kannst, ohne dass die strategische Herausforderung der Löcher verloren geht, passt diese Distanz möglicherweise besser zu deinem Spiel.

Der passende Abschlag kann sich mit der Zeit verändern

Die Wahl des Abschlags muss nicht über Jahre gleich bleiben. Das Spiel verändert sich durch Technik, Schlägerkopfgeschwindigkeit, Ausrüstung und auch durch die körperliche Verfassung. Mehr Länge kann einen weiter hinten liegenden Abschlag interessant machen, während ein allmählicher Distanzverlust dafür sprechen kann, weiter vorne zu spielen.

Auch das Ziel der Runde kann die Entscheidung beeinflussen. Ein Turnier, eine Trainingsrunde und eine entspannte Runde mit Freunden stellen nicht unbedingt dieselben Anforderungen. Der Abschlag kann deshalb auch davon abhängen, was du an diesem Tag aus deiner Runde machen möchtest.

Der beste Abschlag erhält die Vielfalt des Spiels

Das Handicap ist ein guter Ausgangspunkt, doch die eigene Schlagweite und die Eigenschaften des Platzes ermöglichen eine deutlich präzisere Entscheidung. Besonders aussagekräftig ist, wie sich der Platz während der Runde spielt: Welche Schläger bleiben für die zweiten Schläge? Welche Möglichkeiten bieten die Par 5? Und lässt die Länge genügend Raum für strategische Entscheidungen, anstatt immer längere Schläge zu erzwingen?

Auf Golf Alcanada gehören die Verbindung von Platz, Strategie und Umgebung zu einer Erfahrung, die bereits vor dem ersten Schlag beginnt. Wer den richtigen Abschlag wählt, kann den von Robert Trent Jones Jr. entworfenen Platz mit einer Länge spielen, die zum eigenen Spiel passt, und die Besonderheiten jedes einzelnen Lochs innerhalb von The Mediterranean Golf Experience erleben.

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